Abenteuer im Bayerischen Wald – Teil 1
Shownotes
🎙️ Roadtrip Bayern – Kapitel 1: Unser Weg in Richtung Berge
Herzlich willkommen bei meinem Solo-Podcast über das Leben, Reisen und Wandern auf zwei Rädern der mittlerweile aus vier Rädern bestehen! In dieser Folge nehme ich euch mit auf einen ganz besonderen Roadtrip in den Bayerischen Wald. 💚 Nach einer langen und schwierigen Entscheidung habe ich auf einen neuen Elektrorollstuhl umgestellt – und das Abenteuer begann! Begleitet mich auf den ersten Etappen unserer Reise, von einer charmanten Jugendherberge in der Oberpfalz bis hin zum beeindruckenden Wald-Wipfel-Weg in Sankt Englmar. 🌳✨ Ich teile mit euch: • Warum ich meinen treuen alten Rollstuhl austauschen musste. • Den holprigen, aber aufregenden Start mit meinem neuen Outdoor-Rollstuhl. • Erlebnisse im Freilandmuseum Oberpfalz und unsere neue Tradition, köstliche Suppen auf Almen zu genießen! 🥣 • Eine magische Fahrt durch die Baumwipfel und spannende Begegnungen, die unsere Reise so besonders machten. 🔗 Bleibt dran! Ich verspreche: Es kommen noch viele unvergessliche Abenteuer und berührende Momente. 💬 Gefällt dir mein Podcast? Lass mir gerne eine Bewertung da oder teile ihn mit anderen, die sich für das Reisen mit Hilfsmitteln und barrierefreie Abenteuer interessieren. Bis bald und bleib neugierig! 🌍
Auf meinem Eifel-Blogkönnt ihr diesen Teil der Reise noch genauer nachlesen mit den dazugehörigen Fotos.
"Hinweis: Diese Folge enthält keine bezahlte Werbung. Die erwähnten Produkte und Orte werden aus persönlicher Erfahrung und Begeisterung genannt."
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"Schön, dass du mich gefunden hast! Herzlich willkommen in meinem Eifel-Wanderblog auf zwei Rädern. Mein Name ist Nadine, und ich lebe mitten im Nationalpark Eifel. Seit 2014 bin ich durch das Loeys-Dietz-Syndrom und eine Muskelerkrankung auf Hilfsmittel angewiesen. Doch das hält mich nicht davon ab, meine größten Leidenschaften – das Reisen und Wandern – auszuleben. Auf meinen Touren erlebe ich immer wieder spannende Abenteuer, die ich hier in meinem Solo-Podcast mit dir teile. Lass dich überraschen und begleite mich auf meinen Reisen!"
Podcast: Roadtrip Bayern – Kapitel 1Unser Roadtrip in Richtung Berge
In den letzten Monaten – genau genommen in den letzten 2,5 Jahren – habe ich mich zu einer schweren Entscheidung durchgerungen: Ich musste auf einen anderen Rollstuhl umsteigen und mich von meiner treuen Begleiterin trennen. Meine Muskeln hatten so stark abgebaut, dass ich auf meinem Balance-Rollstuhl nur noch wie ein Sack Kartoffeln hin und her schaukelte. Ich konnte meinen eigenen Körper kaum noch kontrollieren, und immer wieder musste mein Retter in der Not mir helfen, um gegenzulenken und mich zu stabilisieren. Nach jedem Ausflug hatte ich tagelang mit Muskelschmerzen zu kämpfen. Es war also höchste Zeit, ein neues, geeignetes Hilfsmittel zu finden – eines, das mich sicher durch die Natur begleiten konnte.
Also begann ich meine Suche im Internet und stieß dabei auf ein Video aus dem Bayerischen Wald. Darin wurde ein ehemaliger Nationalpark-Ranger vorgestellt, der aufgrund einer fortschreitenden Erkrankung selbst im Rollstuhl saß und dennoch andere Rollstuhlfahrer durch die Natur begleitete. Wie ich euch in einer früheren Podcast-Folge erzählt habe, nahm ich Kontakt mit ihm auf.
So entstand unser Reiseplan: Wir wollten in den Bayerischen Wald reisen und uns in seiner Ferienwohnung einquartieren. Und hier beginnt unsere Reise.
Im September 2024 wurde ich die stolze Besitzerin eines neuen Outdoor-Rollstuhls mit Joystick-Steuerung. Der Bestell- und Lieferprozess dauerte insgesamt vier Monate. Mein neues Modell ist zwar schwerer, hat einen größeren Wendekreis und wird mit den Hinterrädern gelenkt – was für mich anfangs eine echte Umstellung war. Aber er ist unfassbar bequem, und ich kann endlich meinen Kopf an eine integrierte Nackenstütze anlehnen. Man könnte sagen: Ich bin nun mit einem fahrenden Sessel unterwegs! Besonders praktisch finde ich den Gepäckträger, den ich mir extra dazu bestellt habe.
Unsere Reise war zunächst für eine Woche geplant – daraus wurden am Ende stolze 2,5 Wochen. Unser erster Stopp führte uns in die Oberpfalz. Wir übernachteten in einer alten Burg, die heute als Jugendherberge genutzt wird. Ganz in der Nähe lag das Freilandmuseum Oberpfalz. Da unser Stopp recht spontan war, gab es leider kein Gästezimmer im Erdgeschoss mehr. Da ich aber noch ein paar Stufen bewältigen kann, entschieden wir uns trotzdem für ein Zimmer – Hauptsache, es lag nicht oben im Turm!
Unser Zimmer befand sich im Dachgeschoss. Es war gemütlich, mit schönen Dachschrägen und kleinen Fenstern mit Riemchen – genau mein Ding! Mein Körper sah das allerdings anders. Jede einzelne Stufe schmerzte.
In der Jugendherberge waren wir mit etwa 60 Konfirmanden untergebracht. Das bedeutete: großer Trubel bei den Mahlzeiten. Besonders das Anstehen bereitete mir Stress. Deshalb entschieden wir uns, immer als Erste zum Essen zu gehen, um das Gedränge zu vermeiden.
Nach einer erholsamen Nacht besuchten wir das Freilandmuseum Oberpfalz. Der Himmel war bedeckt, und es regnete immer wieder. Deshalb entschied ich mich, mit dem Rollator durch das Museum zu gehen. Das Wetter hatte einen Vorteil: Es waren kaum Besucher da – perfekt zum Fotografieren! Was wir an diesem Tag noch nicht wussten: Hier begann eine kleine Tradition, die sich durch die ganze Reise ziehen sollte – Suppen auf Almen und in urigen Hütten zu genießen!
Unser Mittagessen nahmen wir in einem alten Haus im Museum ein. Es war urgemütlich: ein warmer, alter Ofen heizte den Raum und ein paar Besucher, die sich stärkten. Mein Retter in der Not entschied sich für eine zünftige Brotzeit, während ich – als echter Suppenkasper – eine Erbsensuppe mit einer Weißweinschorle wählte. Lecker!
Zurück in der Jugendherberge wartete eine böse Überraschung auf mich: Muskelkater. Und zwar so heftig, dass ich die nächsten vier Tage Schmerzen bei jedem Schritt hatte und meine Fußheber nicht mehr wollten. Wer an Muskeldystrophie leidet, weiß: Muskelkater ist nicht nur unangenehm – er bedeutet auch, dass sich der Muskel nicht mehr komplett erholen kann. Jeder Muskelkater bedeutet ein kleines Stück Abschied.
Nach dem Frühstück setzten wir unsere Reise in den Bayerischen Wald fort. Da die Sonne wieder schien, legten wir einen spontanen Stopp ein: den Wald-Wipfel-Weg in Sankt Englmar. Wenn wir lesen Barrierefrei, dann sind wir dabei Ich informierte unsere Vermieter, dass wir später in Spiegelau eintreffen würden, und los ging’s.
Es war meine erste Fahrt mit dem neuen Elektrorollstuhl – ein ungewohntes Gefühl. Und während ich so dahingleitete, sagte ich zu meinem Retter in der Not: „Jetzt sehe ich wohl nicht mehr cool aus, sondern richtig behindert.“ Klingt hart? Vielleicht. Aber ich erinnere mich noch genau daran, was ich früher dachte, wenn ich solche Rollstühle sah: „Oh je, die Arme…“ Damals war ich gesund. Heute bin ich auf so einen Rollstuhl angewiesen.
Am Kassenhäuschen erwartete mich gleich die erste Herausforderung: Die Rollstuhldurchfahrt war mit Pflanzkübeln versperrt! Also kuppelte mein Retter in der Not den Rollstuhl aus und schob mich vorsichtig durch den normalen Fußgänger-Eingang. Dann ging’s hinauf in die Baumwipfel.
Der Wald-Wipfel-Weg in Sankt Englmar ist 370 Meter lang, barrierefrei und führt bis zu 30 Meter über den Waldboden. Eine Konstruktion aus Holz und Stahl schlängelt sich durch die Baumkronen, mit vielen Infostationen zu Tieren und Pflanzen. Für die Mutigen gibt es sogar eine 250 Meter lange Riesenrutsche. Der höchste Punkt liegt auf 52 Metern – mit einer grandiosen 360-Grad-Aussicht!
Nach der Fahrt genossen wir eine Mittagspause mit dem ersten Glühwein der Saison. Eine nette Dame erkannte mich sogar – sie war mein erstes „Hindernis“ auf dem Weg in die Baumkronen, als ich sie vorsichtig umfahren musste. Sie klopfte mich auf meine Schulter und fragte mich ganz lieb, ob meine Fahrt gut funktioniert habe. Solche Begegnungen sind es, die unsere Reise besonders machten.
Dann fuhren wir weiter nach Spiegelau. Nur noch 58 Kilometer! Dort wurden wir herzlich von unserem Vermieter – dem Ranger im Rollstuhl – und seiner Frau empfangen. Unsere Ferienwohnung hatte einen riesigen Balkon mit Blick auf eine Wiese, auf der ein Hirsch mit seinem Rudel lebte Hirsche haben für mich eine besondere Bedeutung – sie sind meine Krafttiere.
Nachdem ich mich den Herausforderungen unseres ersten Tages im Bayerischen Wald gestellt hatte, dachte ich, nichts könnte mich mehr überraschen. Doch die eigentlichen Abenteuer standen uns erst noch bevor.
Wird mein neuer Rollstuhl den kommenden Herausforderungen gewachsen sein? Und welche unerwarteten Begegnungen und unvergesslichen Erlebnisse warten auf uns auf den nächsten Etappen unserer Reise?
Bleibt dran und begleitet uns auf unserem Roadtrip durch Bayern, wenn es heißt: Barrieren überwinden, Natur erleben und überraschende Entdeckungen machen.
"Wenn dir diese Folge gefallen hat, freue ich mich, wenn du auch beim nächsten Mal wieder dabei bist. Lass mir gerne eine Bewertung da oder teile den Podcast mit anderen, die sich für Abenteuer auf zwei Rädern interessieren. Bis bald und bleib neugierig!"
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